Erna unaufhaltsam!

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Dramatik beherrschte beim dritten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft im Team T+N Motorsport. Dabei sollte es doch ein entspanntes Rennen geben. Genannt waren lediglich zwei Autos: Der im letzten Rennen erstmals eingesetzte Renault Clio und ‚Flaggschiff Erna‘, der Astra OPC. Bereits am Donnerstagabend wurden Fahrerlager und Box bezogen, beide Autos waren schon für das erste 6h-Rennen der Saison präpariert. War im letzten Rennen die Hinterachse an der neu aufgebauten Erna noch etwas nervös, so war für dieses Rennen auch dieser letzte Makel behoben und die ganze Truppe sehr entspannt.

Die Testfahrten am Freitag verlief erwartungsgemäß unspektakulär. Die vier Piloten Michael Auert, Thomas Lennackers, Christoph Brune und Hendrik Kebben hatten Zeit, sich auf den Astra einzustimmen. Auf dem Clio nutzten erstmals Micke Larsen und Niels Borum die Gelegenheit, neben Doppelstarter Thomas Lennackers ein paar schnelle Runden auf dem Clio zu drehen. Damit wäre eigentlich schon alles unter Dach und Fach, wäre da nicht noch das Training am Samstagmorgen gekommen . Alle vier Fahrer fuhren ihre Qualifikationsrunde, doch die Uhr versprach noch etwas Zeit zum fahren. So ging Michael Auert am Ende des Trainings noch einmal auf die Strecke, um sich mit der neuen Hinterachse anzufreunden. Doch diese Fahrt endete mit einem Abflug im Breidscheid, Erna’s verhängnisvoller Streckenabschnitt.

Doch wer T+N Motorsport kennt, der weiß, dass jetzt der eigentliche Startschuss gefallen ist. Die schnelle Eingreiftruppe bestehend aus Diddi, René und Björn fuhr mit dem nötigsten Werkzeug bewaffnet zur Unfallstelle, um zu retten, was zu retten war. Mit einem Spanngurt wurde der Astra an einer Leitplanke befestigt, um den krummen Vorderbau provisorisch so weit zu richten, dass der waidwunde Opel abschleppbar wurde. Ein Riesendankeschön an den Mazda Händler Bodmer, der uns seine mobile Richtbank zur Verfügung stellte. Zurück im Fahrerlager kam das komplette Ausmaß der Beschädigungen erst richtig ans Licht. Mit vereinten Kräften wurde geschraubt und gehämmert, um noch die knappe Zeit zum Start auszuschöpfen. Doch als die Boxengasse zur Startaufstellung öffnete, lief Kühlwasser aus dem nagelneuen Kühler, der eiligst aus dem Lager kam und Fahrer Christoph bescheinigte Erna eine verzogene Spur um mindestens 5,5 Zentimeter. In alter T+N Manier wurden alle Register gezogen: „Wenn wir vor der vierten Rennrunde noch aus der Box starten, sind wir doch noch dabei”, ermittelte Nadine Lennackers.
Während nun jede helfende Hand an einem dritten Kühler hantierte, die Spur nachstellte und die Räder wechselte, nahm Christoph Platz am Steuer des Astras und bereitete sich auf einen holprigen Start vor. Pünktlich in der dritten Rennrunde startete Erna aus der Box ins Rennen, um nach einer Rennrunde noch einmal zu einem Check an die Box zu kommen. Da Christoph noch nicht an den neuen Bordfunk angeschlossen war, war das Warten geradezu unerträglich. Doch der Wagen kam wie geplant zurück an die Box und nachdem alles in Ordnung schien, ging das Auto wieder auf die Strecke. Erleichtert vermeldete die Crew: „Wir sind im Rennen”.

Zwar attestierten alle Fahrer ein etwas spannendes Einlenkverhalten bei Rechtskurven, aber Erna hielt sich wacker. Auch Michael Auert stieg wieder ein, um seinen Stint zu absolvieren. Bis zur letzten Runde hieß es Daumen drücken, damit nicht doch ein Folgeschaden das Team wieder aus dem Rennen wirft. Doch als nach 6 Stunden das Rennen abgewinkt wurde, gingen Thomas Lennackers auf ‚Wasa‘ und Hendrik Kebben auf ‚Erna‘ im Synchronflug über die Ziellinie.

War es für den Astra ein nervenaufreibendes Rennen, so war der Clio geradezu unspektakulär. Und das, obwohl der kleine Franzose langsam in Fahrt kommt und in seinem bisher zweiten Einsatz schon ganz ordentliche Rundenzeiten fahren kann. Nach oben hin geht da aber wohl noch Einiges und so wird uns der kleine Clio in den nächsten Einsätzen noch eine Menge Spaß bereiten.