Wer beim Saisonfinale zur VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring in der Box von Kissling Motorsport unterwegs war, konnte seine finnischen Sprachkenntnisse aufbessern: Neben den Stammpiloten Hannu Luostarinen und Julius Nieminen, die zusammen mit Volker Strycek in der Klasse SP3T erneut an der Spitze kämpften, war ein zweites finnisch besetztes Auto am Start.
Mit drei Opel Astra OPC in der Klasse SP3T sowie die in Farben von AVA Cooling neu gestaltete Corvette C6.SP war Kissling Motorsport zum letzten Rennen des Jahres angetreten.
Während die Corvette schon beim Freitags Training mit Klasse Rundenzeiten auf sich aufmerksam machte, fehlte der Besatzung Michael Funke und Duncan Huisman im Rennen das nötige Glück. Schon in der Einführungsrunde versagte die Servolenkung ihren Dienst und nach wenigen weiteren Runden musste der US-Renner wegen den starken Lenkungsproblemen abgestellt werden – und dass nach einem großen Kraftakt, den die Reparatur nach einem Einschlag in der RCN vom ganzen Team erfordert hatte.
Die in der Klasse SP3T gestarteten Opel Astra schrieben sehr unterschiedliche Renngeschichten. Die aus Finnland angereisten Nordschleifen-Neulinge Jari Nuoramo, Anssi Okkonen und Ilkka Kariste ließen sowohl im Training als auch im Rennen die nötige Sorgfalt walten und fuhren am Ende des vier Stunden andauernden Rennens glücklich und ohne Blessuren am Fahrzeug als Klassen-Zehnter über die Ziellinie, sehr zur Zufriedenheit von Teamchef Stefan Kissling:
„Ich bin immer wieder froh, wenn wir neue Fahrer mit den Tücken der Nordschleife vertraut machen können und unsere Briefings so umgesetzt werden, wie bei diesem Einsatz. Auf diese Art und Weise können wir die Piloten langsam an die Eigenarten des Nürburgrings und der Langstreckenmeisterschaft heranführen und bauen neue Fahrer für die VLN auf.“
Nicht so glücklich waren die schnellsten Zwillinge des VLN-Feldes, Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche. Ihnen machten die Reifen schwer zu schaffen, ein Kampf um die Klassenspitze wurde somit durch das schwarze Gummi vereitelt. Aufgrund zweier ungeplanter Reifenwechsel musste das erfolgreichste Duo der VLN sich dieses Mal leider mit dem sechsten Klassenrang zufrieden geben.
Der zweite ebenfalls finnisch dominierte Astra von Hannu Luostarinen, Julius Nieminen, und Volker Strycek war somit am letzten Rennwochenende der 2010er Saison Kisslings heißestes Eisen im Feuer.
Während im Training mit 8:56.311 die schnellste Zeit des Jahres für die Kissling-Truppe zu verzeichnen war, gab es im Rennverlauf nur ein Fahrzeug, das dem schnellen Blitz Paroli bieten konnte. Ausgerechnet einer Norwegischen Audi TT-Besatzung musste man sich über die Distanz geschlagen geben. Der Klassensieg wurde – mal abgesehen von Volker Strycek, in der SP3T also unter den Nordländern ausgemacht.
Auch wenn Luostarinen, Nieminen, und Strycek am Schluss zwei Minuten auf den ersten Platz fehlten, war das Team mit dem Ergebnis zufrieden. „ Wir hatten bei beiden Astras sehr ungewöhnlichen Reifenprobleme und müssen deshalb mit dem zweiten Platz noch zufrieden sein. Für die Fritzsche Brüder tut es mir besonders leid, sie hätten auch einen Sieg verdient. “ so Stefan Kissling.
Bei der anschließenden Teamfeier in Schuld ließ das Team dann noch einmal die Saison Revue passieren. Neben VLN-Klassensiegen und RCN-Gesamtsiegen war vor allem das sehr gute Abschneiden der OPC Race Camp-Renner beim 24h-Rennen ein großes Saisonhighlight.
Da das Saisonende der Beginn der Vorbereitungen für das nächste Jahr ist, hat die Planungsphase für 2011 bei Kissling Motorsport natürlich schon längst begonnen…













