Hätte man Mike Jäger und Harald Hennes vor dem fünften Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft gesagt, dass sie am Ende auf dem Treppchen landen würden – sie hätten wohl nur müde gelächelt. Denn der Audi von S.Pace-Racing hatte schon im Training mit Temperaturproblemen zu kämpfen. „Wenn das Auto zu heiß wird, fehlt uns einfach Leistung. Die benötigen wir aber, um mit den Konkurrenten mithalten zu können“, erklärte Jäger am Abend vor dem Rennen.
Die Mannschaft um Teamchef Jochen Schruff muss aber über Nacht die richtigen Einstellungen gefunden haben, denn trotz großer Hitze am Renntag war die Motortemperatur nur zweitrangig. Das Turboaggregat auf der Vorderachse leistete gute Dienste und mit gebremstem Schaum belegte das Fahrerduo nach dem Qualifying mit dem siebten Rang einen Platz im Mittelfeld. Die Führenden waren aber durchaus in Reichweite. „Leider stellte sich im Zeittraining ein Problem an der Antriebswelle sein, sodass wir nicht viele schnelle Runden drehen konnten“, sagte Mike Jäger. Sein Lob ging eindeutig an die Mannschaft von S.Pace-Racing, die es dem Audi überhaupt ermöglichte, später im Rennen an den Start zu gehen und ein heißes Rennen zu erleben.
Heiß war das Stichwort des Tages. Denn während sich langsam aber sicher im äußersten Westen die ersten Unwetter zusammenbrauten, wurde der Nürburgring regelrecht gekocht. Über 30 Grad im Schatten und Temperaturen jenseits der 50 Grad in den Cockpits sollten Fahrern und Autos das Rennen schwer machen. Somit sollte es eine echte Härteprobe für den eh schon zur Hitze neigenden Motor des Audis werden.
Und er hielt durch. Bis zur 18. Runde hatte S.Pace-Racing mit seinen beiden starken Fahrern die führende Truppe von Raeder Motorsport in Schlagdistanz vor sich. Keine Minute fehlte mehr zum Audi TTS, als eine Sicherung ihren Dienst versagte und der Audi ausrollte. Jäger handelte schnell, informierte die Boxenmannschaft per Funk, wo er gestrandet war und ließ sich die neue Sicherung bringen. 18 Minuten später, war er wieder im Rennen. Allerdings fiel der Wagen dadurch auf den dritten Rang zurück. Auch der am Ende zweitplatzierte Opel Astra von Kissling Motorsport mit Volker Strycek am Steuer war uneinholbar vorbei gezogen. Vorher war der Opel für den Audi keine echte Konkurrenz.
„Das war wirklich schade, denn der Audi lief wirklich gut“, Mike Jäger ärgerte sich durchaus über den kurzen Stillstand. Doch spätestens seit diesem Rennen ist der Ehrgeiz des Rennfahrers so richtig erwacht. „Mit uns ist jetzt zu rechnen“, wurde zu seinem Satz des Wochenendes.
Schon beim nächsten Lauf in knapp zwei Wochen, 17. Juli, will er beweisen, dass der Audi auch die oberste Stufe des Treppchens erreichen kann.













