Was macht der normale Autofahrer, wenn er bei brütender Hitze und unbarmherzigen Sonnenschein fahren muss? Richtig, er schaltet die Klimaanlage ein. Und was macht ein Rennfahrer in dieser Situation? Er fährt einfach schneller, um früher zum Boxenstopp zu kommen und dann an seinen Teamkollegen abzugeben. Das war ein Rezept von Mathol Racing, das am vergangenen Wochenende zum Sieg in der GT4-Klasse führte. Doch Norbert Bermes (Willich), Wolfgang Weber (Vilshofen) und Rikkard Nilsson (Balduinstein) gewannen nicht nur wegen der großen Hitze am Nürburgring. Rüdiger Schicht und Dr. Sebastian Schäfer (beide aus der Schweiz) kamen mit ihrem Honda Civic Type R dagegen nur im Mittelfeld an, weil dem ABS und der Benzinpumpe wohl zu warm war.
Der Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen schien das Fahrertrio im Aston Martin Vantage V8 beflügelt zu haben. Weber, Bermes und Nilsson mussten vor allem mit der starken Ginetta G50 um den Sieg in der Klasse kämpfen. Letztlich setzte sich aber sowohl die Klasse des Mathol-Trios, als auch des Aston Martin durch. Trotz der ungewöhnlich hohen Temperaturen fuhren die drei ein einwandfreies und komplett problemloses Rennen. Während zahlreiche Fahrerkollegen mit der Hitze in ihren fahrenden Saunen zu kämpfen hatten, absolvierten die Mathol-Piloten ihre Aufgabe, als ob es ein Rennen unter ganz normalen Bedingungen sei.
Allerdings waren ihnen dann bei den Fahrerwechseln die Strapazen deutlich anzusehen. „Die drei haben ihre Sache wirklich gut gemacht“, lobte Teamchef Matthias Holle, „in allen Autos ist es heute unvorstellbar heiß. Unter diesen Um-ständen volle Leistung zu bringen, ist wirklich gut.“ Als wegen einsetzenden Regens und daraus resultierender Unfälle das Rennen zehn Minuten früher, abgewinkt wurde, waren trotzdem alle erleichtert. Mit einer Runde Vorsprung gewann Mathol Racing die Klasse SP10, jene Klasse, in der sich alle GT4-Fahrzeuge tummeln.
Volle Leistung hätte gerne auch das Duo Schicht/Schäfer gebracht, doch zeitweise hatte der Honda Civic Type R etwas dagegen. Das Duo war gut unterwegs, als plötzlich mehrere Komponenten Opfer der extremen Temperatur wurden. Kühlung mit einem externen Gebläse und mit Eiswürfeln und die Entfernung des Unterbodens ermöglichten die Weiterfahrt nach knapp 20 Minuten Standzeit an der Box. Zwei Runden gingen dem Mathol-Civic dadurch verloren. „Das war echt Pech, die beiden hätten in die Top 10 der starken Klasse SP3 fahren können“, Matthias Holle freute sich aber, dass die beiden Rennfahrer trotz der langen Standzeit nicht aufgaben.
Direkt am kommenden Wochenende geht es für Mathol Racing in der Rundstreckenchallenge auf dem Nürburgring weiter. Nur eine Woche später folgt dann schon der sechste Lauf in der VLN Langstreckenmeisterschaft. Egal wie hoch die Temperaturen auch sind, der Sommer bleibt dadurch spannend und vor allem heiß.













