Jurek und Olivo siegen nach furioser Aufholjagd

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Hitzeschlacht in der „Grünen Hölle“: Die Berliner Titelverteidiger Jannik Olivo und Elmar Jurek eroberten sich in einem schweißtreibenden fünften Lauf um die VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring erneut den Sieg im New Renault Clio Cup. In der VLN-Kategorie SP3 setzten sie sich auf Rang zwei. Auf den weiteren Plätzen folgten die Renault-Kontrahenten Henry Walkenhorst und Michael Schrey sowie Jürgen Peter und „Rennsemmel“.

Hochsommerliche Temperaturen verlangten Fahrern, Teams und Technik auf dem Nürburgring höchste Kondition ab. Hinzu kamen teils 65 bis 70 Grad Hitze in den Cockpits. Doch das schien Elmar Jurek und Jannik Olivo und viele andere wenig zu kümmern. Sie liefen mit zunehmender Rundenzahl zusehends zu Hochform auf. Zwar „schmorte“ Startfahrer Olivo regelrecht in der grünen Hölle zu Beginn des Rennens, als er im ersten Turn zunächst sowohl Holger Goedicke als auch Dominik Brinkmann vorbei ziehen lassen musste. Ein defekter Sensor hatte den Berliner vorübergehend ausgebremst. In einer furiosen Aufholjagd erkämpften sich er und Jurek anschließend dennoch den Klassensieg, als das Rennen 19 Minuten vor dem offiziellen Ende mit roter Flagge abgebrochen wurde. Hans-Joachim Stuck war bei einsetzendem Regen im Streckenabschnitt Aremberg verunglückt. Er zog sich dabei eine Gehirnerschütterung zu, erlitt darüber hinaus aber keine offensichtlichen Verletzungen, hieß es später.

Pech hatte erneut Clio-Pilot Karl Brinker, der im Training Bestzeit unter den Clio-Piloten und in der Sp3 den zweiten Startplatz herausgefahren hatte. Nachdem er im Rennen zunächst souverän führte, wurde dem Bäckermeister ein Elektrikproblem seines Clios zum Verhängnis. Er musste sein Fahrzeug vorzeitig abstellen. „Das war weniger gut“, bilanzierte der Ring-Racing-Pilot später und ergänzte grinsend. „Gut war dagegen die Zeit: 9,29.“

Ohne „Wenn“ und „Aber“ zeigten sich die Zweitplatzierten Henry Walkenhorst und Michael Schrey begeistert von dem fünften VLN-Lauf – bei gefühlten 100 Grad im Cockpit. „Die Startphase war sehr turbulent, es war sehr eng, und erst in den letzten drei Runden meines Turns konnte ich endlich frei fahren. Und dann passte es“, erinnerte sich Michael Schrey.

Enttäuschender Rennverlauf indes für Schlaug-Pilot Dominik Brinkmann, der das Vier-Stunden-Rennen als Solist bestritt und hervorragend unterwegs war. Zunächst auf Rang liegend zwei übernahm er nach Brinkers ersten unplanmäßigen Boxenstopp die Führung – bis der fehlende Öldruck auch ihn an die Box zwang. Am Ende belegte Brinkmann den siebten Platz vor Holger Goedicke und Marc Uwe von Niesewand, der kurzfristig für Mathias Schläppi eingesprungen war. Das Schläppi-Team klagte über enormen Leistungsverlust.
Einen Abflug und damit verbundenen Boxenstopp bremste auch Jacques Meyer aus, der hoch ambitioniert unterwegs war, als er kurz vor Streckenabschnitt Wehrseifen in den Leitplanken landete, was ihn die Front seines Clios, einen ungeplanten Boxenstopp und jede Menge kostete.

„Das Rennen bei diesen Temperaturen ist knallhart“, brachte es Frank Lohmann alias „Hoppel“ auf den Punkt. „Aber es ist einfach super!“, ergänzte der Schlaug-Fahrer, der mit Peter Utsch den vierten Rang vor dem Trio Karl-Heinz Teichmann, Lutz Rühl und Michael Schneider belegte. Rang sechs erreichten die Schweizer Markus Lüscher und Marco Muster. „Für unsere Verhältnisse läuft es richtig super“, zeigte sich Heinz Lehmann vom Team Magic Racing zufrieden.

Der sechste VLN-Lauf findet bereits in zwei Wochen, am 17. Juli, statt. Im Rahmen der Nürburgring Performance Days führt das 33. RCM DMV Grenzlandrennen über die Distanz von vier Stunden. Am Abend zuvor lädt Renault MotorSport-Koordinator Bernd Hütter ab 18 Uhr wieder zum Get-together in die Renault-Lounge ein.

Am Abend nach dem Rennen startet die VLN ein großes Sommerfest im Eifeldorf ‚Grüne Hölle’. Bei Livemusik – unter anderem von Rage-Gitarrist Victor Smolski, der mit befreundeten Musikern spielen wird – sind alle Fans, Helfer, Sportwarte und Teilnehmer herzlich eingeladen, den Renntag in ausgelassener Atmosphäre ausklingen zu lassen.