Die Saison 2010 ist die erste Saison, in der Mathol Racing auch auf einen Aston Martin Vantage V8 setzt. Dass es im ersten Jahr gleich zum überragenden Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring kommt, hätte Teamchef Matthias Holle nicht zu träumen gewagt. Und auch die anderen Fahrzeuge schlugen sich hervorragend. Bis auf einen Honda Civic, der wegen eines Unfalls nach technischem Defekt ausschied, erfüllten alle Fahrerpaarungen ihre vorher gesteckten Ziele.
Die gesamte Mannschaft freute sich mit Wolfgang Weber, Uwe Nittel, Norbert Bermes und Rickard Nilsson, als am Sonntag um 15.00 Uhr der Vorhang für das 38. 24-Stunden-Rennen fiel. „Wir sind ganz entspannt gefahren und sind nie ein Risiko eingegangen“, erklärte Wolfgang Weber, der mit einem fulminanten Start den Grundstein zu dem Sieg gelegt hatte. Bereits an der ersten Kurve hatte er zahlreiche Gegner überholt. „Das hat riesig Spaß gemacht. Danach habe ich es aber ruhiger laufen lassen.“ Eine Taktik, die auch die drei anderen Piloten beherzigten. Mit Gesamtrang 27 war der Mathol-Aston sogar der schnellste Aston Martin im gesamten Feld.
Mit dem Aston Martin von Bratke hatte Mathol Racing in der GT4-Klasse noch ein zweites Eisen im Feuer. Doch für Eberhard Baunach, Oliver Louisoder, Heiko Ostmann und Chris Bauer war eigentlich nur Ankommen das Ziel. Zwischendurch schien jedoch ein Doppelerfolg für Mathol Racing möglich. Erst ein kleiner Unfall und eine dadurch beschädigte Spurstange warf den zweiten Aston Martin etwas zurück. Am Ende wurde es noch der fünfte Platz für das Quartett und ein großes Lob von Jörg Bratke an die Boxencrew: „Die Jungs haben einen unglaublich guten Job gemacht. Die gesamte Mannschaft leistete über die 24-Stunden und auch an den Tagen vorher einfach tolle Arbeit.“
Die musste auch der Seat Leon Supercopa das ein oder andere Mal in Anspruch nehmen. Jörg Kittelmann, Dr. Jörg Wilhelm, Klaus-Dieter Müller und Manfred Volk hatten bei ihrem „Projekt 24-Stunden“ nicht immer das Glück auf ihrer Seite. Doch die Mannschaft von Mathol Racing sorgte gemeinsam mit den eigenen Technikern des Seat dafür, dass der blaue Seat im Rennen blieb und nach kurzen Reparaturpausen wieder auf die Piste konnte. Mit Rang elf in der Klasse SP3T waren die vier Piloten am Ende hoch zufrieden.
Glücklich über den Ausgang des Rennens waren auch Walter Nawotka, Jim Briody, Michael Prym und die einzige Frau unter den Mathol-Fahrern Charlotte Wilking. Das Quartett war ein echtes Generationenteam mit einer Erfahrung aus zusammen 96 Teil-nahmen an 24-Stunden-Rennen weltweit. Zwar war das Rennen der vier auch nicht problemlos, doch Rang sieben in der Klasse SP3 war der Lohn für anstrengende 24 Stunden. Ganz nebenbei bildeten die vier am Ende die schnellste Civic-Crew in der Klasse.
Pech hatten dagegen Sebastian Schäfer, Doc Chris, Rüdiger Schicht und Michael Imholz. 21 Stunden und 23 Minuten waren die vier sehr gut in ihrer Klasse unterwegs, als es zum Ausfall kam. Der Honda Civic hatte ein Rad durch Bruch der Radbolzen verloren und war von der Piste abgeflogen. Nachdem der Rennleiter aus unerfindlichen Gründen eine Bergung mit Abschleppwagen ablehnte (eben der Nachteil wenn man kein prominentes Werksteam ist), versuchte die Boxenmannschaft noch zum Auto zu gelangen und es selbst zu bergen. Gegen den Strom der zahlreichen Besucher war dies aber leider absolut unmöglich und so konnten das Team die 100 Prozent Ankunftsquote des Vorjahres leider nicht wiederholen.
Für Matthias Holle kein Grund zur Traurigkeit: „Ich bin wirklich hoch zufrieden mit der gesamten Teamleistung. Natürlich freut mich der Klassensieg mit dem Aston Martin besonders, doch auch die anderen Autos haben meine Erwartungen erfüllt und mit 20 Prozent Ausfallquote liegen wir immer noch weit unter dem Schnitt von 38 Prozent des diesjährigen Marathons rund um die Uhr.“













