Jari-Matti Latvala, Ford Werksfahrer in der Rallye-Weltmeisterschaft, wird das diesjährige 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (15.-16. Mai) in Deutschland bestreiten. Der BP Ford Abu Dhabi World Rally Team Fahrer, der in seiner bisherigen Karriere bereits zwei Rallye-WM-Läufe gewonnen hat, fährt einen vom Team FH Köln Motorsport (Stunden der Universität Köln) vorbereiteten Ford Focus RS.
Latvala gönnte sich eine erste Kostprobe auf der anspruchsvollen Rennstrecke, als er am Samstag an dem zweiten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring teilnahm. Der 25-jährige Latvala zeigte sich begeisterst von der berühmte ‚Grünen Hölle‘.
„Meine Erwartungen waren schon sehr hoch. Die Nordschleife hat einen legendären Ruf und jetzt, nachdem ich all diese Kurven einmal kennenlernen durfte, verstehe ich auch den Hintergrund. Die Strecke verlangt den Fahrern größten Respekt ab und es war eine außergewöhnliche Erfahrung für mich. Das Rennen wird sicher nicht entspannend, aber man sagte mir, ein Wechsel ist genauso gut wie eine Pause. Wir werden bald sehen, was für eine Art von Pause das sein wird. Ich freue mich wirklich sehr auf dieses Rennen,“ sagte Latvala.
„Ich war sehr beeindruckt von dem Rennwagen. Ich bin zwar den Vierradantrieb meines Ford Focus RS World Rally Car gewohnt, war jedoch ehrlich überrascht von der guten Traktion dieses Tourenwagen mit Frontantrieb,“ ergänzte er.
Für den jungen Mann aus Tuuri, Finnland, wird dies die erste Teilnahme an einem 24-Stunden-Rennen sein. Vor dem ersten Training am Samstagmorgen hat er sogar noch nie an einem Rennen auf einer permanenten Rennstrecke teilgenommen. Latvala fehlt es jedoch nicht an Wettbewerbserfahrung in schnellen Fahrzeugen der Marke Ford. Im zarten Alter von acht Jahren begann Latvala in einem Escort Mk1 auf privaten Schotterstraßen in der Nähe seines Wohnortes seine Fahrkünste zu trainieren. Im Alter von 16 Jahren nahm er erstmals an Rallyesprints teil und ein Jahr später schrieb er sich in der Britischen Rallyemeisterschaft ein.
2002 fuhr er dann seinen ersten Rallye-Weltmeisterschaftslauf und in der folgenden Saison testete er zum ersten Mal einen privaten Ford Focus RS World Rally Car. Seit 2008 nimmt Latvala für das BP Ford Abu Dhabi Team an der FIA Rallye-Weltmeisterschaft teil. Anfang des Monats erzielte Latvala unter schwierigen Bedingungen mit seinem zweiten Platz ein hervorragendes Ergebnis in Jordanien und er nimmt gegenwärtig den zweiten Platz in der Wertungstabelle der Rallye-Weltmeisterschaft ein.
Für Latvala, der bei Rallyes am liebsten auf Schnee und Schotter fährt, ist das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring eine hervorragende Vorbereitung auf die vier Asphalt-WM-Rallyes in Bulgarien, Deutschland, Frankreich und Spanien im späteren Verlauf des Jahres. „Mit jedem Kilometer auf der Nordschleife steigt Jari-Mattis Erfahrung auf dieser Art des Untergrundes,“ sagte Gerard Quinn, Motorsport-Chef von Ford Europa. „Das könnte ihm wirklich zugute kommen, wenn er im späteren Verlauf der WM-Saison an den schwierigen Asphalt-Rallyes teilnimmt.“
Latvalas Teammitglieder beim 24-Stunden-Rennen sind drei weitere erfahrene Rennfahrer – Anja Wassertheurer, Daniela Schmid und Stefan Schlesack. Latvala, Wassertheurer und Schmid beendeten das Testrennen am Samstag auf dem dritten Platz in ihrer Klasse.
Der Ford Focus RS wird von 20 Studenten der Technischen Fachhochschule Köln unter der Leitung von Dipl-Ing. Frank Hermann für das Rennen vorbereitet und genannt.













