Saisonauftakt nach Maß

Schmuckbild

Am Erfolg vergangener Tage anzuknüpfen ist nicht leicht. Insbesondere dann nicht, wenn zwischen „gestern“ und „heute“ mehrere Monate liegen. Das scheint Dörr Motorsport (Butzbach / Hessen) nicht im Geringsten beeindruckt zu haben: Beim ersten Rennen der Saison 2010 machte das Team dort weiter, wo es 2009 aufhörte: beim Siegen in der Klasse SP6.

Rudi Adams (Ahütte) und Stefan Aust (Münster) sind mit dem Renngerät von Dörr Motorsport, dem BMW Z4 Coupé bestens vertraut. Die beiden schnellen Männer erhielten beim ersten Rennen zur VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring tatkräftige Unterstützung von Hanspeter Strehler (Schweiz) und Peter Posavac (Essen). Trotz aller Routine von Team und Fahrer gab es schon im Training einige Unwegsamkeiten zu überstehen. Neben niedrigen Temperaturen bestimmten immer wieder einsetzende, heftige Regenschauer das 1,5 Stunden dauernde Zeittraining. Hinzu kamen zahlreiche Unfallstellen, die das Tempo der vier Fahrer immer wieder einbremste. Rudi Adams war es schließlich, der eine freie Trainingsrunde erwischte und mit dem mattschwarzen BMW Coupé in 8:57 Minuten die schnellste Zeit der Klasse SP6 in den kalten Eifel-Asphalt brannte. Der Grundstein zum weiteren Erfolg war gelegt.

Schützenhilfe für Coupè-Neulinge
Adams war es auch, der den Start übernahm und sich sofort von seinen Verfolgern absetzen konnte. Seine zweite Rennrunde beendete er nach 8:44 Minuten, was die Tagesbestzeit im Team Dörr Motorsport darstellte. Ab Runde sieben begannen Adams Rundenzeiten langsam zu steigen. Grund waren erneut zahlreiche schwere Unfälle entlang der gesamten Strecke. In Runde elf zwang ihn die Tankstrategie an die Box, wo er den Wagen an Stefan Aust übergab. Aust fuhr nach eigenen Angaben „das Rennen seines Lebens“: Von Runde zu Runde wurde er schneller und war kurz davor die, magische 9-Minuten-Grenze zu knacken. Damit festigte er den ersten Platz und konnte in Runde 17 den BMW mit sattem Polster an den Schweizer Strehler übergeben, der sein erstes Rennen auf dem Boliden von Dörr Motorsport absolvierte. Allen eigenen Zweifeln zum Trotz machte Strehler seine Sache mehr als gut, fuhr konstant schnell und vor allem unfallfrei an der Spitze. Ohne Probleme hielt auch er die Verfolger in Schach und übergab in Runde 22 den Wagen an Peter Posavac. Auch der aus Essen stammende Posavac, wie Strehler ein Z4-Novize, kam auf Anhieb gut mit dem von Dörr Motorsport vorbereiteten Wagen klar, was seine schnellste Runde von 9:07 Minuten eindeutig belegt. Nach insgesamt 26 Rennrunden überquerte der BMW Z4 Coupé von Dörr Motorsport mit mehr als einer Runde Vorsprung auf Rang eins der Klasse SP6 die Ziellinie.

Der BMW 135i, ebenfalls von Dörr Motorsport vorbereitet und eingesetzt, überstand den Saisonauftakt nicht ganz so schadlos wie das Coupé. In der sechsten von insgesamt 15 gefahrenen Runden musste sich der Wagen einer fast 1,5 stündigen Reparaturpause unterziehen. Grund war eine gebrochene Leitung der Servolenkung – ein Schaden, der das Fahrzeug unfahrbar machte. Stefan Kenntemich (Wettenberg), Rainer Prenzel (Rosbach) und Guido Majewski (Leipzig) hatten dadurch zwar nur wenige Runden, aber dennoch viel Fahrvergnügen mit dem schnellen BMW 135i.