Das aus Meiningen-Dreißigacker stammende Rennteam Matthes Motorsport war in der sich dem Ende neigenden Saison alles andere als der Glücksvogel in der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Immer wieder musste das Team rund um Teamchef Peter Matthes Ausfälle hinnehmen, die größtenteils auf Pech und Unvermögen anderer fußten. Beim vorletzten Rennen der Saison am vergangenen Wochenende schien der Knoten geplatzt.
Das am Nürburging vorherrschende Wetter zum 9. Lauf der BF-Goodrich Langstreckenmeisterschaft ließ schnell vorweihnachtliche Gefühle aufkommen: Temperaturen nur geringfügig über dem Gefrierpunkt, Graupel und Hagelschauer lösten sich regelmäßig mit heftigen Regenschauern ab. Überdies fegte ein eisiger Wind über die gesamte Eifel. Kurzum: Es herrschten keine idealen Voraussetzungen, um erfolgreich Rennsport zu betreiben.
Bei Matthes Motorsport sah man das anders und ging hoch motiviert ins nass-kalte Training. Die erste Runde war laut Rennleitung als „Besichtigungs-Runde“ deklariert, die gefahrene Zeit floss nicht in die Wertung. Das kam dem Team Matthes ganz recht, denn als Werner Schlehecker (Rösrath) erstmalig die Start-Ziel-Linie passierte, stellte das Team einen Fehler in der Datenübertragung fest. Der BMW 318is wurde umgehend in die Box beordert, die Mechaniker machten sich sofort auf die Fehlersuche. Die anschließende Runde von Schlehecker zauberte alles andere als ein Lächeln auf sein Gesicht: Viele Gelb-Phasen bremsten ihn immer wieder ein und kosteten sehr viel Zeit. Michael „Mick“ Jestädt (Fulda) versuchte das Beste aus der Situation zu machen und erwischte erst kurz vor Trainingsende eine einigermaßen freie Runde. Die Zeit von 12:23 Minuten reichte für den vierten Startplatz in der Klasse V2.
Ohne Zwischenfall
Zum Start war die Rennstrecke zwar noch nass, aber schon wenige Runden danach begann die Ideallinie merklich abzutrocknen. Mick Jestädt, der auf Regenreifen ins Rennen gestartet war, entschloss sich, in Runde fünf die Box anzusteuern, um Slicks montieren zu lassen. Gleichzeitig wurde der BMW voll getankt, so dass Jestädt einen wahrhaftigen „Super-Stint“ von 16 Runden absolvieren konnte. Dabei schluckte er bereits direkt nach dem Start den vor ihm fahrenden Drittplatzierten, bevor er sich den zweiten Platz erkämpfte.
In Runde 17 übernahm Schlehecker das Auto, um die gute Arbeit von Jestädt fortzusetzen. Bis zur 20. Runde verlief auch für den Mann aus Rösrath das Rennen ohne Probleme – dann setzte erneut Regen ein und Schlehecker entschloss sich, die letzten drei Runden auf Slicks im Regen zu fahren. Zwar machte er seine Sache ausgesprochen gut, verlor aber ein wenig Zeit; Zeit, die der Verfolger aufholte und nur mit einer äußerst riskanten Fahrweise für sich ummünzen konnte. Nach 23 Runden wurde das Rennen durch die schwarz-weiß karierte Flagge beendet. Matthes Motorsport überquerte als Dritter die Ziellinie. Übrigens: Michael Jestädt fuhr in seiner 13. Runde mit 10:14 Minuten die schnellste Zeit der Klasse V2!













