Den Verlauf des Trainings beim 41. ADAC Barbarossapreis hatten sich die Teamchefs von Dörr Motorsport, Rainer Dörr und Jörg Ullmann, ganz anders vorgestellt: Statt einem Top-Startplatz in der Nähe der Top-Ten musste das Team nach technischen Problemen der ersten von drei Startgruppen hinterher fahren. Ein Glück für die Hessen!
Beide Stammfahrer Rudi Adams (Ahütte) und Stefan Aust (Münster) wurden beim achten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft durch Wolf Silvester (Nürnberg) unterstützt. Luca Ludwig, der üblicherweise als dritter Fahrer gesetzt ist, startete an diesem Wochenende bei einem GT-Rennen. Rudi Adams eröffnete um 08:30 Uhr den Trainingsreigen auf dem von Dörr Motorsport eingesetzten BMW Z4 Coupé. In seiner ersten von zwei Runden wurde er durch einen Ölfilm im Bereich der „Hohen Acht“ etwas eingebremst, im zweiten Umlauf kannte er die knifflige Passage und konnte entsprechend agieren. Prompt sprang eine Rundenzeit von 9:41 Minuten raus, die für Rang 18 der Gesamtwertung und Platz eins der Klasse SP6 reichte. Stefan Aust konnte das Ergebnis nicht verbessern, aber seine eigene Rundenzeit erneut deutlich reduzieren. Auch er drehte zwei Trainingsrunden. Wolf Silvester konnte exakt eine dreiviertel Trainingsrunde drehen, ehe sich zwei Schrauben im Bereich der Radaufhängung verabschiedeten und der BMW auf drei Rädern am Streckenrand stehen blieb.
Spritmangel verursacht Schrecksekunde
Nachdem das Z4 Coupé an die Box geschleppt war, machten sich die Mechaniker unter der Leitung von Jörg Ullmann umgehend an die Reparatur. Diese dauerte jedoch deutlich länger als geplant und noch ehe die letzte Schraube angezogen war, schloss die Rennleitung die Boxenausfahrt. Das Team konnte den eingefahrenen Startplatz nicht einnehmen. Zwei Möglichkeiten blieben: Der Startgruppe in die Einführungsrunde folgen oder aus der Boxengasse starten. Rainer Dörr und Jörg Ullmann entschlossen sich für die zweite Variante und schickten Startfahrer Rudi Adams aus der Boxengasse ins Rennen. Bis zum Ende der neunten Runde lief es für das Team hervorragend: Adams griff an und konnte Platz für Platz gut machen – erst Aussetzer durch Spritmangel bremsten seinen Vortrieb ein. Mit viel Glück erreichte Adams rollend mit ausgeschaltetem Motor die Box, um den Boliden an Stefan Aust zu übergeben.
Aust erlebte sein nach eigenen Worten „bestes Rennen“. Zwar konnte er seine Rundenzeiten nicht mehr verbessern, dafür aber den von Adams eingefahrenen ersten Platz halten und den Abstand nach hinten ausbauen. Ohne Probleme absolvierte Aust zur Zufriedenheit von Dörr und Ullmann seinen Stint, der nach neun Runden für ihn beendet war. Jetzt übergab er das Coupé an Wolf Silvester, der sich erst auf den Wagen „einschießen“ musste, aber schon nach kurzer Zeit prima mit ihm zurecht kam. Auf Anhieb konnte er die Zeiten von Aust fahren und somit die tadellose Leistung seiner Kollegen untermauern. Nach vier Stunden Renndistanz endete das Rennen für Dörr Motorsport mit dem ersten Platz in der Klasse SP6 und dem zehnten Platz in der Gesamtwertung von knapp 190 gestarteten Autos.
„Dass wir ein Rad verloren haben, ist ärgerlich und wir müssen die Ursache herausfinden. Dabei haben wir unwahrscheinliches Glück gehabt, dass der Wagen ohne Leitplankenkontakt quasi ausgerollt ist\“, so Rainer Dörr (Teamchef). „Bei der Start-Entscheidung haben wir gepokert und Adams mit deutlich weniger Kraftstoff ins Rennen geschickt. Diesmal war das Glück mit den Tüchtigen: Die Spritrechnung ist gerade eben so aufgegangen – der Wagen wären noch keine zehn Meter weiter gekommen. Dafür war Rudi Adams extrem leicht unterwegs und konnte sofort voll angreifen.\“













