Doc Tom und Jan Ullrich tauschen die Rollen

Schmuckbild

In der Saison 2009 werden die Fans der BF Goodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring eine besondere Premiere erleben. Zum ersten Mal in der nunmehr 33-jährigen Geschichte der populärsten Breitensportserie Europas nimmt ein waschechter Tour-de-France-Sieger die „Grüne Hölle“ unter die Räder – und zwar im Renneinsatz mit vier Rädern.

Der Hintergrund ist schnell erklärt: Dr. Thomas Stoltz, 2003 Vizemeister in der Langstreckenmeisterschaft, und Radprofi Jan Ullrich wollen in diesem Jahr die Welt des jeweils anderen erkunden. Geplant sind gemeinsame Starts beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Mai sowie beim Zweiradspektakel 24 Stunden Rad am Ring. Zur Vorbereitung auf das 24h-Rennen bestreitet Ullrich mindestens einen Lauf im Rahmen der populärsten Breitensportserie Europas. Im Interview spricht Rennfahrer „Doc Tom“ aus der Sicht des Zweirad-Rookies, Radprofi Ullrich hingegen schildert seine Erwartungen als Motorsport-Neuling.

Für euch beide „Grüne Hölle“ einmal anders – was sind eure Erwartungen?

Ullrich: Ich will mal richtig Gas geben im Auto ohne gleich einen Strafzettel zu bekommen. Daneben möchte ich Spaß haben und etwas Neues ausprobieren.

Stoltz: Spaß, Erfolg und dass alle Teilnehmer gesund und lustig bleiben!

Gibt es in beiden Sportarten Gemeinsamkeiten? Wenn ja, welche?

Ullrich: Ich glaube, es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten, zum Beispiel Teamgeist, Ausdauer, Fitness und Mut.

Stoltz: Das Gefühl der Geschwindigkeit bergab ist ähnlich. Vorausschauend muss man sein und das Material muss stimmen.

Was sind die besonderen Eigenschaften eurer neuen Gefährte?

Ullrich: Der Rennwagen ist lauter und der Motor ist nicht der Mensch.

Stoltz: Der Sitz ist beim Rennrad unbequemer. Zudem bin ich auf dem Rad dem Wetter direkt ausgesetzt – der Scheibenwischer wird mir fehlen.

Welche Streckenabschnitte werdet ihr lieben oder hassen?

Ullrich: Ich werde alle Kurven lieben!

Stoltz: Ich werde sicherlich lieben, mit 100 km/h die Fuchsröhre runterzufahren. Das Gegenteil ist dann die Bergaufpassage zwischen Karussell und Hohe Acht.

Könnt ihr euch vorstellen, den Sport des jeweils anderen weiter zu betreiben?

Ullrich: Nicht so professionell wie als Radprofi, aber sicher mit viel Spaß und Freude. Ich glaube, das Beste wäre eine Kombination beider Sportarten.

Stoltz: Ja zum Spaß und – wenn möglich – auf einem Tandem hinten drauf.