Voll Laser, wie der abgeht

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Viel besser könnte der Motorsport-Sommer für das Team Walkenhorst bisher kaum laufen. Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring beendeten das Team aus Melle im Osnabrücker Land als drittbeste BMW-Mannschaft. Nur wenige Wochen später gelang beim vierten Lauf der erste Gesamtsieg in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Entscheidend daran beteiligt: Felipe Fernández Laser. Der 26-Jährige pilotierte gemeinsam mit Michela Cerruti und Jesse Krohn den BMW Z4 GT3 zum großen Erfolg.

Die Freude darüber ist bei Laser auch vor dem sechsten VLN-Lauf noch groß: „Ein unglaubliches Erlebnis. Definitiv ein Highlight in meiner Karriere.“ Der Uelzener drehte seine ersten Runden im Kart mit 13 Jahren und zählt somit im Motorsport fast zu den Spätstartern. Es brauchte viel Geduld, ehe Laser in seiner großen Leidenschaft so richtig durchstarten konnte.
„Ich wollte schon immer auf der Rennstrecke Gas geben. Jetzt kann ich diesem großen Wunsch auch sehr gut nachkommen. Es war aber ein langer Weg“, sagt Laser. Statt eines Renn-overalls trug er in ganz jungen Jahren Torwarthandschuhe. Nicht ohne Erfolg – Laser spielte Fußball in diversen Auswahlteams. Die Sehnsucht nach der Rennstrecke obsiegte dennoch. Nach einiger Überzeugungsarbeit in der Familie stieg Laser in den Kartsport ein. „Mit 13 Jahren hatte ich meinen Vater endlich soweit. Dann ging alles recht schnell. Mit 14 Jahren bin ich in der Deutschen Kartmeisterschaft gefahren.“ Ein klassischer Werdegang, der drei Jahre nach seinem Einstieg im Jahr 2007 zunächst im Polo Cup und 2008 im Seat Cup seine Fortsetzung fand. Dann aber war erst einmal Schluss mit Motorsport. Das Abitur hatte höchste Priorität. Laser: „Meine Eltern meinten, ich solle zunächst was ‚Vernünftiges‘ machen.“

Die Durstrecke endete 2010 mit einem Angebot eines Seat Cup Teams. Nach einem Jahr wechselte Laser zum Porsche Carrera Cup und ist seit 2014 in der VLN mit am Start. Nach einer Saison in einem Teichmann-Porsche sitzt er seit Anfang des Jahres im Cockpit des BMW Z4 von Walkenhorst – und ist dort sehr glücklich: „Es ist wunderbar. Wir sind einfach ein tolles Team. Michela, Jesse und ich sind fast gleichaltrig und verstehen uns super. Da passt einfach alles zusammen“, sagt Laser. Da stört es auch nicht, dass der Fahrerwechsel nach Cerruti aufgrund des Größenunterschieds ein wenig umständlicher ist. „Ich bin fast 25 Zentimeter größer. Da muss alles neu eingestellt werden und sie muss dann ihre Sitzschale rausbauen. Das ist immer ein ganz schöner Akt“, sagt der 1,85-Meter-Mann. Obwohl sie sich erst seit Mitte des Jahres ein Cockpit teilen, funktioniert das Trio und ist erfolgreich. Nach dem Sieg im vierten VLN-Lauf gelang im fünften der dritte Rang. „Es freut mich auch unheimlich für das Team. Walkenhorst ist schon lange dabei, hat sich kontinuierlich nach oben gearbeitet und wurde nun belohnt. Eine super Entwicklung. Außerdem konnten wir zeigen, dass die Reifen an unserem Auto ebenfalls sehr gut funktioniert.“ Die positive Entwicklung möchte Laser nun in der Restsaison bestätigen und möglichst häufig aufs Podium fahren: „Wir wollen zeigen, dass der Sieg keine Eintagsfliege war.“