Regenfest: Manthey-Racing feiert Doppelsieg

Das unberechenbare Eifelwetter spielte auch beim dritten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring eine große Rolle. Starke Regenschauer, vor allem in der Startphase des 61. ADAC ACAS H&R-Cups, verlangten den Protagonisten ihr ganzes Können ab. Einige blieben dabei auf der Strecke. Umso mehr strahlten am Ende diejenigen, die bei widrigen Bedingungen die Grüne Hölle erfolgreich meisterten: Die Sieger Richard Lietz und Nick Tandy (Porsche 911 GT3 R, Manthey-Racing), Otto Klohs und Dennis Olsen (Porsche 911 GT3 R, Manthey-Racing) auf Position zwei sowie Adam Christodoulou, Maro Engel, Manuel Metzger und Dirk Müller (Mercedes-AMG GT3, Mercedes-AMG Team Black Falcon) als Drittplatzierte.

„Ein Traumergebnis“, strahlte Lietz nach dem Rennen. „Die letzten Runden waren bei abtrocknender Strecke abenteuerlich, weil meine Regenreifen stark abgebaut haben.“ Tandy ergänzte: „Auch in der Anfangsphase war es zeitweise sehr kritisch. Das Wasser stand auf der Strecke und es gab teils heftiges Aquaplaning. Da hatte ich einige Quersteher und vielleicht auch etwas Glück. Ansonsten war unser Porsche heute perfekt.“ Auch Klohs war mit seinem ersten VLN-Einsatz 2019 zufrieden: „Dennis hat sich als echter Regenspezialist herausgestellt. Daher haben wir irgendwann die Entscheidung gefällt, ihn maximal lange fahren zu lassen. Gerade bei Regen ist es wichtig, die Streckenverhältnisse zu kennen.“ Der Norweger bestätigte: „Ich habe mich im Auto sehr wohl gefühlt.“

Pleiten, Pech und Pannen – das war das Resümee des dritten Porsche von Manthey-Racing. Estre sicherte sich im Zeittraining die Pole-Position. Beim Start gab der Franzose zu früh Gas, was von der Rennleitung mit einer Stop-and-Go-Strafe geahndet wurde. Die Startnummer 911 kämpfte sich erneut in die Spitzengruppe nach vorne, ehe Christensen am Ende seines Stints mit Treibstoffmangel in der Boxengasse ausrollte. Zwar konnte das Team den Boliden an seinen angestammten Platz bringen, beim Nachtanken unterlief dann jedoch ein folgenschwerer Fehler. Es wurden 109,37 Liter Sprit nachgefasst. Der Porsche verfügt zwar über einen 110-Liter-Tank, laut Reglement dürfen bei diesem Modell jedoch nur 107 Liter Treibstoff nachgetankt werden. Je angefangenen Liter darüber gibt es eine Zeitstrafe von fünf Sekunden. So überquerte Estre zwar als Zweiter die Ziellinie, mit dem unfreiwilligen Plus von 15 Sekunden fiel er jedoch auf Platz vier zurück. Manthey-Racing verpasste so einen historischen Dreifachsieg.

Des einen Leid, des anderen Freud – Black Falcon erbte Platz drei und so war vor allem der erste Renneinsatz 2019 von Manuel Metzger, der aufgrund einer Sportverletzung im Januar bei den ersten beiden Rennen nicht starten konnte, von Erfolg gekrönt. Sheldon van der Linde belegte zusammen mit Nick Yelloly im BMW M6 GT3 des BMW Team Schnitzer Rang fünf. Marco Wittmann, Jesse Krohn und John Edwards wurden im Pendant von ROWE Racing Sechste. Die Pro-Am-Wertung der GT3-Klasse gewannen John Shoffner, Janine Hill und Fabian Schiller im Mercedes-AMG GT3.

Zu einem packenden Showdown kam es in der Klasse V4, die mit 24 Fahrzeugen am stärksten besetzt war. Kurz vor Rennende setzten sich Torsten Kratz, Oliver Frisse und Moran Gott im BMW 325i des Team AVIA Sorg Rennsport gegen die amtierenden Meister Philipp Leisen, Danny Brink und Christopher Rink des Pixum Team Adrenalin Motorsport durch. Im Ziel betrug der Vorsprung gerade einmal 5,316 Sekunden. Das Sorg-Trio feierte nach dem Sieg beim Auftaktrennen bereits den zweiten Triumph.

Für das Pixum Team Adrenalin Motorsport bestiegen ihrerseits Yannick Fübrich und David Griessner als Sieger der BMW M240i Racing Cup-Klasse das Siegerpodest. In der Cayman GT4 Trophy by Manthey-Racing ging der Klassensieg – ebenfalls zum zweiten Mal in Folge – an Mühlner Motorsport mit den Fahrern Moritz Kranz und Nico Menzel. Die drei Siegerteams finden sich nach drei von neun Rennen auch an der Tabellenspitze wieder. Frisse / Gott / Kratz führen das Tableau vor Fübrich / Griessner und Menzel an. Kranz startete in beiden gewerteten Rennen auf zwei Fahrzeugen. Doppelstarter müssen sich jeweils vor dem Rennen für das Fahrzeug entscheiden, auf dem sie für die VLN-Tabellen gewertet werden wollen. Kranz entschied sich beim Auftakt für den Cup-Porsche von Mühlner und liegt in der Wertung somit nicht gleichauf mit Menzel.

Die ROWE Speed-Trophäe führt nach zwei gewerteten Rennen der Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing mit der Startnummer 912 an. Auf Platz zwei folgt der BMW M6 GT3 (#99) von ROWE-Racing. Platz drei belegt der Elfer #4 von Falken Motorsports.

Der vierte Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring findet erst 13. Juli statt. Dann feiert der MSC Adenau 50. Jubiläum seiner Adenauer ADAC Rundstrecken Trophy. Zuvor startet eine Reihe von VLN-Teams beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring (20. bis 23. Juni) und dem dazugehörigen Qualifikationsrennen am 18. und 19. Mai.